Werkrealschule und Hauptschule
Das pädagogische Konzept
Das in der Werkrealschule gültige pädagogische Konzept wird gleichermaßen in der Hauptschule umgesetzt.
Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen werden zudem nach dem gleichen Bildungsplan unterrichtet wie Schülerinnen und Schüler der Werkrealschule. Für sie gelten die gleichen schulrechtlichen und prüfungsrechtlichen Bedingungen. Somit ist die Anschlussfähigkeit für jede Schülerin und jeden Schüler der Hauptschule auf eine Werkrealschule grundsätzlich nach jedem Schuljahr sowie nach der Klasse 9 jederzeit sichergestellt.
Ab dem Schuljahr 2012/2013 treten folgende Änderungen in Kraft:
- Allen Schülerinnen und Schülern wird ein zehntes Schuljahr ermöglicht.
- Die Berufsorientierung wird breiter angelegt, unter anderem durch die Fortführung des Wahlpflichtfachs in Klasse 10.
- Neues Fach Berufsorientierende Bildung in Klasse 10.
- Neues Fach Kompetenztraining in Klasse 10.
Das Lernen in der Werkrealschule ist auf die Bildungsbedürfnisse und auf den Bildungsanspruch von Schülerinnen und Schülern mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen zugeschnitten. Deshalb stellt sich die Werkrealschule auf die Förderung unterschiedlicher Begabungen, Neigungen, Interessen, Kultur- und Sozialerfahrungen ein, nimmt die mannigfachen Lernvoraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schüler auf, fördert ihre Motivation und ihre Leistungsbereitschaft und führt sie zu gesicherten Lernergebnissen. Die Werkrealschule ist eine weiterführende Schule, die im Anschluss an die Grundschule in einem durchgehenden Bildungsgang bis Klasse 10 zum Werkrealabschluss (MSA) führt und dabei einen Hauptschulabschluss in Klasse 9 und Klase 10 ermöglicht. Sie bereitet den Übergang in das duale Ausbildungssystem vor, schafft Grundlagen für eine gelingende Berufsausbildung und weiterführende berufliche Bildungsgänge.
Die Werkrealschule zeichnet sich durch individuelle Förderangebote, intensivierte Berufswegeplanung und eine erste berufliche Grundbildung aus.
Die Stärkung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik in den Klassen 5 und 6 durch mehr Unterrichtsangebote sowie gezielte Fördermaßnahmen auf der Grundlage von
Lernstandserhebungen ist ein wesentliches Element des pädagogischen Konzepts der Werkrealschule.
Pädagogische Assistentinnen und Assistenten unterstützen die Lehrkräfte bei Differenzierungs- und Fördermaßnahmen und verbessern so den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler.
In Klasse 7 findet eine umfassende
Kompetenzanalyse statt. Dieses Profil Assessment-Center (AC) hat zum Ziel, eine objektivierte Bewertung der individuellen, überfachlichen und ausbildungsbezogenen Leistungen der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen. Die Leistungen werden in einem individuellen Stärken- und Schwächenprofil („Kompetenzprofil“) dargestellt. Dieses Kompetenzprofil ist ein wichtiges Element der individuellen Förder- und Berufswegeplanung. Es zeigt Fähigkeiten und Talente der Schülerinnen und Schüler auf und wird durch die Erstellung und Umsetzung eines Förderplans ergänzt.
Individuelle Förderung erfordert kontinuierliche Rückmeldungen an die Eltern zur Lern- und Leistungsentwicklung ihres Kindes. Elternberatung findet in allen Entscheidungsfeldern statt, in Bezug auf die Wahl einer anderen schulischen Laufbahn, auf dem Weg zum Schulabschluss oder im Hinblick auf die Aufnahme einer Berufsausbildung.
Ein weiteres profilbildendes Merkmal der Werkrealschule ist eine intensive Berufswegeplanung ab Klasse 5 mit kontinuierlichen Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben. Kennzeichnend sind zeitlich flexible Praktikumsphasen für alle Schülerinnen und Schüler. In der Werkrealschule finden Inhalte aus der Berufswelt bereits ab der Eingangsklasse verstärkt Berücksichtigung.
Die Werkrealschule ermöglicht den Schülerinnen und Schülern entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und ihren Neigungen eine Schwerpunktbildung bei der beruflichen Orientierung. Profilbildende Elemente sind die Wahlpflichtfächer in Klasse 8, 9 und 10. An Schülerinteressen orientiert, wollen sie auf verschiedene Berufsfelder neugierig machen und über eine Auswahl von Ausbildungsberufen informieren. Die Schülerinnen und Schüler wählen aus den drei Wahlpflichtfächern ‚Natur und Technik‘, Wirtschaft und Informationstechnik‘ und ‚Gesundheit und Soziales‘ eines aus. Sie werden bei der Wahl durch die Ergebnisse der Kompetenzanalyse in Klasse 7 unterstützt, das Hinweise zu Begabungsschwerpunkten liefert.


